 |
|
CASH Nr. 16, vom 20. April
2000
Verdienen statt hoffen
Wer in Technologiefirmen investiert,
sollte sich nicht auf später vertrösten lassen.
Vergessen Sie Distefora und Complet-e. Gefragt sind jetzt
Technologieunternehmen mit gutem Gewinnausweis, gesundem Wachstum und
überzeugendem Management. Solche Unternehmen haben Zukunftspotenzial.
Von ANDRE MICHEL
«Die Luft wird dünner», stellten wir am
25. Februar mit Blick auf den Höhenflug der Technologieaktien fest. «Wer
dennoch in diesem Sektor dabei bleiben will, sollte sich auf technologisch
führende Unternehmen mit starker Marktstellung konzentrieren, die bereits
einen Leistungsausweis vorlegen können.» Auf dieser Grundlage wählten
wir damals, praktisch auf dem Höhepunkt des Tech-Aktielifiebers, sieben
Titel aus: «Eine Kurskorrektur im Hightech-Bereich würden zwar auch sie
nicht unbeschadet überstehen», schrieben wir. «Doch da sie auf einer
gesunden Basis stehen, dürften sie sich in einem solchen Fall rasch
erholen.» Tatsächlich haben sich die 7 Titel gut behauptet. Im
Durchschnitt haben sie um 2,5 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der
Nasdaq-100-Index liegt 15,4 Prozent unter dem Stand vom 23. Februar, der
SWX-New-Market- Index sogar 24,4 Prozent.
Die Uberlegungen, die wir im Februar der Titelauswahl zu Grunde gelegt
haben, gelten heute erst recht: Wer mit Hightech Erfolg haben will und die
Börse nicht bloss als Alternative zum Casino sieht, sollte auf
Unternehmen setzen, deren Produkte sich nachweislich einer guten Nachfrage
erfreuen, die schwarze Zahlen schreiben und ein hohes Gewinnwachstum
aufweisen. Zudem sollten sie über ein Management verfügen, das sich
durch klare strategische Visionen auszeichnet, statt sich darauf zu
beschränken für irgend einen in der fernen Zukunft liegenden Tag einen
Gewinn zu versprechen. Vergessen Sie also . Unternehmen Wie Distefora oder
Complet-e. Es gibt genügend Hightech-Unternehmen, Medizinaltechnikfirmen
und rasch wachsende Zulieferer mit Tech-Appeal (wie etwa Mikron und Saia),
die Überzeugende Zahlen vorlegen können und günstig bewertet sind. Wer
Geld verdienen will, muss also nicht ins Prinzip Hoffnung investieren.
Aber er sollte sich genau überlegen, was er tut: «Es gibt Leute, die
rennen drei Samstage herum, um einen Kühlschrank für 400 Franken
auszuwählen», mokiert sich ein renommierter Chefanalyst. «Und dann
kaufen sie spontan für 20'000 Franken Aktien eines Unternehmens das sie
überhaupt nicht verstehen.»
Unsere Februar-Favoriten haben sich gut
gehalten
Nach dem Kursrutsch an der Nasdaq hat CASH die Branche erneut unter die
Lupe genommen, Resultat: Die Ende Februar zum Kauf empfohlenen sieben
Titel sind auch heute noch attraktiv. Inzwischen sind fünf weitere
hinzugekommen - solche, die in jüngster Zeit mit hervorragenden
Ergebnissen aufgefallen sind: Swisslog (Logistik, Software) , Kudelski
(1V-Decoder), Tecan(medizinische Prüfgeräte) und Gretag Imaging (Systeme
für die Bildverarbeitung) .Dazu kommt Saia Burgess -unangefochtener
Leader im Bereich Schrittmotoren -, die sehr günstig bewertet ist.
Zusammen mit Swisslog ist Micronas derzeit unser Favorit. Das in der Chip-Herstellung
tätige Unternehmen dürfte seinen Gewinn im laufenden Jahr mehr als
verdoppeln. Wer nicht auf einzelne Titel setzen möchte, ist mit der
Beteiligunsgesellschaft MicroValue bestens bedient. Die von uns
empfohlenen Gretag, Mikron, Saia, Disetronic, Straumann und Micronas
bilden einen gewichtigen Teil des Portfolios von MicroValue. Auf Fonds bzw.
Baskets setzen sollten auch jene Anleger, die - den erhöhten Risiken zum
Trotz - die Titel des SWX-New-Market kaufen möchten.
|
 |